Das Viadukt
Das Viadukt in Lengenfeld unterm Stein ist ein beeindruckendes Bauwerk aus dem späten 19. Jahrhundert und prägt bis heute das Ortsbild des kleinen Dorfes. Es wurde zwischen 1875 und 1879 errichtet und ist etwa 240 Meter lang sowie rund 28 Meter hoch. Gebaut aus regionalem Muschelkalkstein, überspannt es das Tal der Frieda und erhebt sich direkt über Teile des Ortes, was ihm eine besonders markante Wirkung verleiht. Errichtet wurde das Viadukt in Zuge des Baus der sogenannten „Kanonenbahn“, einer strategisch wichtigen Eisenbahnverbindung zwischen Berlin und Metz. Nach dem Deutsch Französischen Krieg sollte diese Strecke vor allem militärischen Zwecken dienen, um Truppen und Material schnell transportieren zu können. Der Bau war aufwendig, da das Gelände schwierig war und sogar mehrere Häuser im Ort abgerissen werden mussten, um Platz für die Trasse zu schaffen. Insgesamt wird die Brücke von sieben massiven Pfeilern getragen. Auch historisch ist das Viadukt bemerkenswert: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im April 1945 sollte es gesprengt werden, was jedoch durch das Eingreifen des damaligen Bürgermeisters verhindert wurde. Nach dem Krieg blieb die Strecke noch einige Zeit in Betrieb, doch 1992 wurde der Bahnverkehr endgültig eingestellt. Zwischenzeitlich stand sogar ein Abriss zur Diskussion, doch aufgrund seines kulturellen und technischen Wertes wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt und somit erhalten. Heute dient das Viadukt nicht mehr dem regulären Zugverkehr, sondern ist ein beliebtes Ausflugsziel. Besucher können es im Rahmen von Draisinenfahrten erleben, bei denen man selbst über die alte Strecke fahren kann. Damit ist das Viadukt nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts, sondern auch eine lebendige Attraktion für Touristen und Einheimische gleichermaßen.